Blogs Blogs

Feierliche Festschriftübergabe an Peter Nagel

Am 6. April, drei Tage nach Peter Nagels 80. Geburtstag, wurde dem Jubilar die Festschrift „Ägypten und der Christliche Orient“ als Eröffnungsband der neuen Reihe Texte und Studien zur koptischen Bibel in einem Festakt feierlich überreicht. Im gut gefüllten Alten Hörsaal im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eröffnete Mitherausgeberin Ute Pietruschka den panegyrischen Reigen, gefolgt von Peter Nagels früheren Bonner Kollegen Ralf Elger und Verena Böll sowie Videobotschaften verhinderter Weggefährten. Frank Feder, mit Heike Behlmer einer der beiden Göttinger Mitherausgeber der Festschrift, durfte schließlich das druckfrische Werk dem Jubilar überreichen. Alle Festredner hoben, in bemerkenswerter Einmütigkeit, neben Peter Nagels unstrittigem und ohnehin allgemein anerkannten Rang als Wissenschaftler seine besondere Rolle als akademischer Lehrer hervor, deren Bedeutung Peter Nagel selbst in mitnichten gespielter Bescheidenheit für „gar nicht so hoch“ erachtet habe.

In seinen bewegenden Dankesworten würdigte Peter Nagel das Forschungsgebiet „Christlicher Orient“ als kleinen, gewissermaßen untergründigen Beitrag zur europäischen Verständigung in Zeiten des kalten Krieges, ein Beitrag den das Fach, so Peter Nagels Hoffnung, auch jetzt noch, da das „Haus Europa“ erste Risse zeige, spielen könne.

Würdig umrahmt wurde der Festakt durch das wunderbare Spiel auf der Oud durch den syrischen Kirchenmusiker und Theologiestudenten Rolan Tayarah. 

Guest Post by Antonia St Demiana

This past February and March, I was fortunate to work alongside the outstanding team of Coptologists of the Complete Digital Edition and Translation of the Coptic Sahidic Old Testament project at the Göttingen Academy of Sciences and Humanities. The purpose of my visit was to gain advice, training, and assistance with my research on Coptic Leviticus, which I am preparing for my PhD dissertation at Macquarie University, Sydney, Australia (under the supervision of Heike Behlmer, Malcolm Choat, Victor Ghica, and Alin Suciu). My work focuses on the text of Morgan manuscript 566, which is the oldest, most complete, extant codex of Leviticus in any Coptic dialect; it also examines the other surviving witnesses of Coptic Leviticus. During my stay, I was given special access to the project’s digital repository of photographs which was essential for my work. I extend my special thanks to Diliana Atanassova who greatly assisted me daily with the codicological aspects of my witnesses and with other areas of my research on so many levels. A huge thank you to Alin Suciu for your expertise and assistance with my fragments. Special thanks also to Heike Behlmer and Frank Feder for making this trip possible for me. And thank you to the rest of the CoptOT team: To Felix Albrecht, Julien Delhez, Suzana Hodak, Joanna Hypszer, Theresa Kohl, Chrysi Kotsifou, So Miyagawa, Malte Rosenau and Ulrich Schmid, I am grateful to all of you for your help and for making me feel welcome.

 

Summer School in Coptic Literature and Manuscript Tradition

Summer School in Coptic Literature and Manuscript Tradition

Centre for the Study of Manuscript Cultures, Hamburg
17–21 September 2018

in collaboration with the projects

Call for Participation:

https://www.manuscript-cultures.uni-hamburg.de/register_coptic2018.html

Hermetica Tagung

Hermetica-Tagung vom 23.-25. Februar in Göttingen

Kosmogonie und Kosmologie in hermetischen Schriften

Programm und Informationen unter

http://coptot.manuscriptroom.com/hermetica

Forschungsaufenthalt an der John Ryland Library in Manchester

Am 23. Dezember 2017 und am 3. Januar 2018 besuchte ich eine der schönsten Bibliotheken Großbritanniens – The John Rylands Library in Manchester.

 

Enriqueta Rylands ließ die Bibliothek zum Andenken ihres Mannes bauen. Die John Rylands Library wurde 1900 eröffnet und den Einwohnern der Stadt Manchester gewidmet.

 

 

Einen wichtigen Platz unter den reichen Bibliotheksbeständen haben auch die koptischen Handschriften gefunden. 


Im Lesesaal der Special Collections in der 4. Etage wird man von sehr nettem Personal betreut. Alle Fachleute sind willkommen, mit eigener Kamera Fotos der Objekte für wissenschaftliche Zwecke zu machen.

 

Mein Interesse an der John Rylands Library wurde durch drei liturgische Blätter aus dem Weißen Kloster, Oberägypten, geweckt, die in Manchester unter der Signatur Nr. 20a aufbewahrt werden. Die John Rylands Library ist eine der vielen Einrichtungen, in denen die zerstreuten Bibliotheksbestände des Weißen Klosters gegenwärtig zu finden sind. Die drei Manchester-Blätter sind Teil des liturgischen Kodex mit Typika MONB.WL, der heute nur noch aus 22 Blättern bzw. Fragmenten besteht. Die Manchester-Blätter sind vollständig mit wenig beschädigten oder verschmutzten Stellen erhalten.

Das UV-Licht machte es möglich, diese Stellen während meines Aufenthaltes zu entziffern. Obwohl die Manchester-Blätter die Seitenzahlen von 21 bis 26 tragen, stammen sie – vorausgesetzt eines Quaternionenaufbaus – aus der Mitte der 17. Lage. Das liegt an der Tatsache, dass im Kodex MONB.WL eine neue Seitenzählung mit der 16. Lage beginnt. Aus dem Kodex MONB.WL sind derzeit vier verschiedene Teile, die inhaltlich einander ergänzen, bekannt. Die Manchester-Blätter gehören zu einem Hymnendirektorium für die Monate Thout/September, Paope/Oktober und Hathor/November, das drei Arten von Gesängen für den Wortgottesdienst beinhaltet. 

Diese Gesänge sollten vor der Lesung der Apostelgeschichte und des Evangeliums sowie vor dem Friedenskuss vorgetragen werden. Sie sind der Gegenstand meines DFG-Projektes „Die Hymnen in der koptischen Liturgie des Weißen Klosters in Oberägypten“ am Seminar für Ägyptologie und Koptologie an der Georg-August-Universität Göttingen.

Mein Forschungsaufenthalt in Manchester hat nicht nur das Fotoarchiv in Göttingen erweitert, sondern auch die Arbeit an den Hymnen in der koptischen Liturgie maßgeblich gefördert.

CoptOT Blog Entries