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Forschungsaufenthalt an der Papyrussammlung der ÖNB

Vom 26. bis 29. März 2018 durfte ich erneut in der Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek forschen, wo ich vom Team herzlich empfangen und bestens betreut wurde.

In der Papyrussammlung werden 22 Typikon-Pergamentblätter aus dem Weißen Kloster (Oberägypten) aufbewahrt. Sie geben Beispiele diverser liturgischer Inhalte. Die meisten Blätter beinhalten die Perikopen-initien für die verschiedenen Feiertage des Kalenderjahres, wie z.B. Wien, ÖNB, P. Vindob. K 211, K 9718, K 9728 – 9729, K 9731 – 9733, K 9738 u.a. Wiederum andere stellen die Anfänge von Psalmenversen als Hymnen der Liturgie dar, wie z.B. Wien, ÖNB, P. Vindob. K 9725 – 9727, K 9734, 9736. Solche Blätter wie z.B. Wien, ÖNB, P. Vindob. G 39789, K 9735, K 9737, K 9739 bieten den vollständigen Text der Trisagia mit Erweiterung für die koptische Liturgie. Das Wiener Blatt K 9175 gibt die Auflistung der Psalmpassagen mit dem Stichwort ⲉⲛⲧⲟⲗⲏ „Gebot“ an, welche während der Fastenzeit vorzutragen waren.

Einige dieser Blätter konnte ich mit meinen Transkriptionen kollationieren und dabei habe ich einige wichtige Verbesserungen vorgenommen, die nur bei dem Vergleich mit dem Original erkennbar werden. Die Methode der Autopsie ist besonders wichtig für die Arbeit mit Handschriften. Die Typikon-Blätter, die ich bei diesem Forschungsaufenthalt untersucht habe, werden demnächst in der ÖNB digitalisiert. Dem digitalen Fotografieren geht jedoch noch die Konser-vierung der Pergamentblätter voran. Dabei wird alles, was keinen historischen Wert hat, wie z.B. doppelt geschriebene oder geklebte Signaturen von den Blättern entfernen, siehe z.B. das Foto des oberen Blattteiles von K 9733r.

Mein Forschungsaufenthalt in Wien wurde vom DFG-Projekt „Die Hymnen in der koptischen Liturgie des Weißen Klosters in Oberägypten“ am Seminar für Ägyptologie und Koptologie an der Georg-August-Universität Göttingen gefördert. Dabei wurde sowohl das Fotoarchiv in Göttingen mit Fotos wertvoller liturgischer Fragmente erweitert als auch die Arbeit an den Typika aus dem Weißen Kloster maßgeblich vorangebracht.

 

 

Feierliche Festschriftübergabe an Peter Nagel

Am 6. April, drei Tage nach Peter Nagels 80. Geburtstag, wurde dem Jubilar die Festschrift „Ägypten und der Christliche Orient“ als Eröffnungsband der neuen Reihe Texte und Studien zur koptischen Bibel in einem Festakt feierlich überreicht. Im gut gefüllten Alten Hörsaal im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eröffnete Mitherausgeberin Ute Pietruschka den panegyrischen Reigen, gefolgt von Peter Nagels früheren Bonner Kollegen Ralf Elger und Verena Böll sowie Videobotschaften verhinderter Weggefährten. Frank Feder, mit Heike Behlmer einer der beiden Göttinger Mitherausgeber der Festschrift, durfte schließlich das druckfrische Werk dem Jubilar überreichen. Alle Festredner hoben, in bemerkenswerter Einmütigkeit, neben Peter Nagels unstrittigem und ohnehin allgemein anerkannten Rang als Wissenschaftler seine besondere Rolle als akademischer Lehrer hervor, deren Bedeutung Peter Nagel selbst in mitnichten gespielter Bescheidenheit für „gar nicht so hoch“ erachtet habe.

In seinen bewegenden Dankesworten würdigte Peter Nagel das Forschungsgebiet „Christlicher Orient“ als kleinen, gewissermaßen untergründigen Beitrag zur europäischen Verständigung in Zeiten des kalten Krieges, ein Beitrag den das Fach, so Peter Nagels Hoffnung, auch jetzt noch, da das „Haus Europa“ erste Risse zeige, spielen könne.

Würdig umrahmt wurde der Festakt durch das wunderbare Spiel auf der Oud durch den syrischen Kirchenmusiker und Theologiestudenten Rolan Tayarah. 

Guest Post by Antonia St Demiana

This past February and March, I was fortunate to work alongside the outstanding team of Coptologists of the Complete Digital Edition and Translation of the Coptic Sahidic Old Testament project at the Göttingen Academy of Sciences and Humanities. The purpose of my visit was to gain advice, training, and assistance with my research on Coptic Leviticus, which I am preparing for my PhD dissertation at Macquarie University, Sydney, Australia (under the supervision of Heike Behlmer, Malcolm Choat, Victor Ghica, and Alin Suciu). My work focuses on the text of Morgan manuscript 566, which is the oldest, most complete, extant codex of Leviticus in any Coptic dialect; it also examines the other surviving witnesses of Coptic Leviticus. During my stay, I was given special access to the project’s digital repository of photographs which was essential for my work. I extend my special thanks to Diliana Atanassova who greatly assisted me daily with the codicological aspects of my witnesses and with other areas of my research on so many levels. A huge thank you to Alin Suciu for your expertise and assistance with my fragments. Special thanks also to Heike Behlmer and Frank Feder for making this trip possible for me. And thank you to the rest of the CoptOT team: To Felix Albrecht, Julien Delhez, Suzana Hodak, Joanna Hypszer, Theresa Kohl, Chrysi Kotsifou, So Miyagawa, Malte Rosenau and Ulrich Schmid, I am grateful to all of you for your help and for making me feel welcome.

 

Summer School in Coptic Literature and Manuscript Tradition

Summer School in Coptic Literature and Manuscript Tradition

Centre for the Study of Manuscript Cultures, Hamburg
17–21 September 2018

in collaboration with the projects

Call for Participation:

https://www.manuscript-cultures.uni-hamburg.de/register_coptic2018.html

Hermetica Tagung

Hermetica-Tagung vom 23.-25. Februar in Göttingen

Kosmogonie und Kosmologie in hermetischen Schriften

Programm und Informationen unter

http://coptot.manuscriptroom.com/hermetica

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