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Mainz Workshop, digitale Aufbereitung der geisteswissenschaftlichen Forschungsdaten

 

Vom 18. bis zum 20. Oktober 2017 in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz fand ein Workshop statt, unter dem Titel "Geisteswissenschaftliche Forschungsdaten. Methoden zur digitalen Erfassung, Aufbereitung und Präsentation".

 

 

 

 

Der Ablauf wurde in die Sektionen A-F und zwei Workshops geteilt.

 

Am 18.10 in der Sektion A wurden die Forschungsdaten an sich besprochen: Was sind die geisteswissenschaftlichen Forschungsdaten, Probleme und Anregungen zu deren Veröffentlichung. Herausforderungen der digitalen Publikation wurden diskutiert, u.a. die  Veröffentlichungsrechte, Motivationen der Forscher, was man publizieren sollte (alle Forschungsdaten oder nur Ergebnisdaten?).

  

Sektion B handelte über Forschungsdatendienste. Alexander Czmiel hat den digitalen Wissensspeicher (www.wissensspeicher.bbaw.de) vorgestellt, der es ermöglicht, Forschungsdaten und Ergebnisse schnell durch eine Volltextsuche in allen verfügbaren Sammlungen und Projekten zu finden.

 

Am Donnerstag, 19.10. ging es mit der Sektion C weiter, es gab vier Vorträge zu den Wörterbüchern und der historischen Lexikographie. Darunter z.B. der "Dialektatlas Mittleres Westdeutschland", präsentiert von Kai-Uwe Carstensen, oder das etymologische Wörterbuch zum Altfranzösischen (DEAF) von Sabine Tittel.

Sektion D beschäftigte sich mit Editionen und Sammlungen. Besonders zu erwähnen ist der Vortrag von Marcello Perathoner und Klaus Wachtel zu den Forschungsdaten zur Textgeschichte des Neuen Testament: Novum Testamentum Graecum- Editio Critica Maior. Das Projekt verwendet Coherence-Based Genealogical Method (CBGM, siehe http://egora.uni-muenster.de/intf/projekte/gsm.shtml). Das Ziel ist die Konstruktion eines globalen Stemmas, das eine Hypothese über die Entwicklung der  Textüberlieferung anhand der einbezogenen Zeugen darstellt.

 

In der Sektion E haben Projekte, die sich mit nichtalphabetischen Schriften beschäftigen, ihre Arbeitsweise vorgestellt. Zuerst hat das Projekt RuneS die Methoden für digitale Bearbeitung der Runen vorgestellt. Nachfolgend hat Svenja Gülden das Projekt "Altägyptische Kursivschriften" vorgestellt, in dem eine digitale Paläographie-Datenbank für das gesamte Zeichenrepertoire der altägyptischen Kursivschriften entwickelt wird. Der letzte Vortrag in dieser Sektion gehörte Christian Prager, der über das Mayawörterbuch-Projekt erzählt hat. Vorträge und Diskussionen haben Herausforderungen und Schwierigkeiten besprochen, die mit einer digitalen Bearbeitung der nichtalphabetischen Schriften verbunden sind. Es wurden Fragen und Anregungen zu der verfügbaren Technologie gestellt (wie z.B. Möglichkeiten des OCR, oder wie man den Workflow der Wissenschaftler mithilfe der Technologie vereinfachen könnte).

 

Die letzte Vortrag-Sektion F behandelte die visuellen und 3D-Kontexte. Im Bereich von Medienwissenschaft wurde ein Projekt eLaterna vorgestellt, das sich mit der Geschichte der Projektionskunst beschäftigt. Außerdem hat Ute Engel digitale Methoden im Corpus der barocken Deckenmalerei geschildert (https://deckenmalerei.badw.de/das-projekt.html). Interessant zu erkunden ist die Webseite https://sketchfab.com, auf der man 3D Modelle in zahlreichen Kategorien anschauen kann.

 

Der hochinteressante Abendvortrag von Philipp Susalek aus dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz [DFKI] hat einen Überblick über die aktuellen Möglichkeiten und Limitationen der künstlichen Intelligenz verschafft. Den Geisteswissenschaftlern wurde versichert, dass es noch lange dauert, bevor Computer die Menschen in der Forschung ersetzen könnten.

 

Am 20.10 fanden zwei Workshops statt. Im ersten hat Martin Fechner ediarum vorgestellt. Ediarum ist noch nicht veröffentlicht, wird aber aus mehreren Softwarekomponenten bestehen. Es sollte den Wissenschaftlern erlauben, Transkriptionen von Manuskripten in TEI-konformem XML zu bearbeiten, mit einem Text und Sachapparat zu versehen und anschließend auch im Druck und online zu veröffentlichen. Der wichtigste Teil davon ist oXygen XML Author Programm. Im Workshop wurden die Möglichkeiten von oXygen besprochen und die Teilnehmer wurden angeregt, an einer kleinen Übung mit dem Programm mitzumachen.

 

Der zweite Workshop "Graphentechnologien" wurde von Andreas Kuczera besprochen. Die Teilnehmer haben die Graphdatenbank neo4j (https://neo4j.com) und ihre Abfragesprache cypher durch gemeinsam geführte Übungen kennengelernt. Zur Anwendung der Graphentechnologien in den Digitalen Geisteswissenschaften siehe https://doi.org/10.1515/abitech-2017-0042).

 

Eine pdf-Datei mit dem Programm kann unter http://www.akademienunion.de/fileadmin/redaktion/user_upload/AGeHum_WS_Programm.pdf heruntergeladen werden.

 
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